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Volunteering in Oaxaca

Ich staunte nicht schlecht, als der Flieger sich im Landeanflug auf die mexikanische Hauptstadt befand. Mexiko City – eine Stadt ohne sichtbares Ende. Für mich, als Mädchen aus der deutschen Provinz war bereits dies der erste bleibende Eindruck.


Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, denn nun heißt es: Ab in den Trubel des Flughafens und schleunigst dafür sorgen, dass man den Weiterflug nach Oaxaca, meinem Zielort, nicht verpasst. Bereits im Wartesaal komme ich mit einer Mexikanerin ins Gespräch, die mich natürlich neugierig befragt, woher ich denn komme und was ich geplant hätte. Wie sich herausstellt, arbeitet sie als Rechtsanwältin. Ob Mexiko City denn wirklich so gefährlich sei, wie behauptet wird, frage ich? „Qué va“ (Ach was!) betont sie unter Zugabe einer wegwerfenden Handbewegung…nach langem Flug mit Zeitverschiebung und bei aller Nervosität und Müdigkeit hat mir diese simple Redewendung ehrlicherweise doch ein klein wenig von meiner Anspannung genommen!


OAXACA – Kolonialstadt im Süden, fremd aber doch überschaubar, nicht zu groß, und vor allem bezaubernd! Bunte Häuser, schöne Kirchen und lebendige Märkte füllen das Bild genauso wie bettelnde Kinder, streunende Hunde und die Schuhputzer am Zócalo, die sich für wenige Pesos um den verlorenen Glanz abgenutzter Schuhe bemühen. Meine erste Woche – Schnell hat man in der Sprachschule Anschluss gefunden. Einige Deutsche sowie junge Leute aus den USA, Kanada, Holland, England, Skandinavien und sogar aus Asien treffen hier aufeinander, um die spanische Sprache zu erlernen. Unterricht findet täglich bis 14 Uhr statt. Auch die Lehrer an der Sprachschule sind sehr nett und für jeden Spaß zu haben, dementsprechend abwechslungsreich und interessant gestalten sich auch die Unterrichtsstunden. Nachmittags wartet dann die Gastmama mit dem Mittagessen, oft gibt es Hühnchen und Reis mit der typischen Salsa oder Mole und den beliebten Tortillas.


Der Supermarkt um die Ecke unterscheidet sich im Angebot kaum von deutschen Großmärkten. Es ist allerdings möglich, dass einen auf dem Nachhauseweg ein spontaner Regenschauer erwischt, doch selbst während der Regenzeit sucht man tagsüber meist Schutz vor der knallenden Sonne. Kinos, Restaurants, Bars…das Nachtleben lässt ebenfalls nichts vermissen. Und die aufgeschlossenen Mexikaner mit ihrer herzlich-hilfsbereiten Art tragen ebenfalls Ihren Teil dazu bei, dass ich mich in Oaxaca schon nach kurzer Zeit recht heimisch fühle.


Beeindruckend: die alte Zapoteken-Hauptstadt „Monte Albán“, der wahrscheinlich dickste Baum der Welt in „Tulé“ oder die versteinerten Wasserfälle von „Hierve el Agua“. Es gibt viel zu sehen in diesem Land, das einem scheinbar alles zu bieten hat.


Nach 4 Wochen Sprachkurs steht dann der Ortswechsel an – ich ziehe um von Oaxaca in das am Pazifik gelegene Örtchen „Puerto Escondido“. In einem Waisenhaus bin ich nachmittags für die Hausaufgabenbetreuung zuständig und agiere gemeinsam mit anderen Freiwilligen als helfende Hand bei der Wäsche oder in der Küche. Rasch haben die Kinder einen ins Herz geschlossen und die Wochen vergehen letzten Endes wie im Flug, als es schon wieder ans Abschied nehmen geht. Große Verabschiedungen gibt es vermutlich überall auf der Welt, aber in Mexiko heißt es wohl immer: „Hasta luego“…man sieht sich also definitiv bald wieder! =)


Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich bereits seit 8 Wochen in Mexiko und konnte selbst kaum glauben, wie schnell die Zeit doch vergangen war. Für die letzten 2 Wochen meiner Reise kehrte ich erneut nach Oaxaca zurück, eine Stadt die jeden zusätzlichen Abstecher auf alle Fälle wert ist! Der Zeitpunkt meiner Abreise rückte immer näher und ich verbrachte die meiste Zeit damit, die vielzähligen Attraktionen und sehenswerten Dörfer in der Umgebung abzuklappern. Jede mexikanische Kleinigkeit wollte verinnerlicht werden, damit ich nach Rückkehr in die Heimat noch möglichst lange davon zehren konnte.


Als ich nach 10 Wochen dann wieder im Flugzeug Richtung Deutschland saß, war ich einerseits traurig, dieses einmalige Land zu verlassen, andererseits hatte man Familie und Freunde monatelange nicht gesehen und stark vermisst!


Eine Bereicherung, die ein Leben lang anhalten wird, war mein Mexiko-Aufenthalt allemal…


Mögen weitere Reisen in das Land der Sombreros und Tortillas folgen!!!


Karen aus Öhringen


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